Ausbildung zum geprüften Therapie- und Pädagogikbegleithund Team/ Besuchshundeteam

Unsere Leitlinien

Da die meisten Fehler im Umgang mit dem Hund durch ungenügende Betrachtung der Individualität der einzelnen Mensch Hund Teams stattfindet haben wir folgende Leitlinien im praktischen Training der Mensch Hund Teams.

  1. Bei uns sind Hunde in allen Altersklassen willkommen. Wir freuen uns, jedes Team an seinem Standpunkt abzuholen und auf seinem Weg zu begleiten. Das Training mit Welpen sieht da anders aus wie die Arbeit mit einem erwachsenen Hund, der bereits gut im Grundgehorsam ausgebildet ist. Da wir finden, dass die Arbeit immer positiv gestaltet werden sollte, finden wir es wichtig, den Weg direkt in die „richtigen“ Bahnen zu lenken und nicht im Nachhinein in der Korrektur zu arbeiten. Wir beachten individuell die Trainingszeiten und das Einhalten von Pausen.

  2. Wir sehen jedes Mensch Hund Team individuell. Jedes Mensch Hund Team bringt seine eigenen Ressourcen und Hindernisse mit. Wir planen im engen Austausch mit dem jeweiligen Menschen gemeinsam die einzelnen Trainingsschritte. Keiner der Teampartner soll überfordert werden, sondern Spaß am gemeinsamen Training haben.

  3. Wir orientieren uns im Training an den jeweiligen Ressourcen der Teams. Jedes Team bekommt seine eigenen Trainingsaufgaben, die es im individuellen Tempo erfüllen kann. Dabei sind für uns verschiedene Trainingswege selbstverständlich.

  4. Wir arbeiten ausschließlich auf positiver Basis. Im Training Stimme wenden wir positiver Verstärker in Form von maßvoller Futterbelohnung, oder einem Lieblingsspielzeug und hauptsächlich der eigenen (tu das / Lass das – Stimme) Stimme. Dabei ist dem Team die Wahl der positiven Verstärker freigestellt

 
  1. Wir legen großen Wert auf die Vermittlung körpersprachlichen Signalen und das Verstehen der Bedeutung in der aktuellen Situation. Die Sensibilisierung der Wahrnehmung der eigenen Körpersignale des Menschen ist dabei ebenso wichtig, wie das Erkennen und verstehen der Signale des Hundes.

  2. Das Training der Mensch Hund Teams findet immer auf einer positiven, verantwortungsvollen, verlässlichen und freiwilligen Basis statt. Unter Berücksichtigung der Ontogenese (Individualentwicklung) vermitteln wir den Teams die jeweiligen Lerntheorien (Wie lernt mein Hund?) um das Verhalten des Hundes positiv zu konditionieren und den größtmöglichen Trainingserfolg zu haben. Dabei werden Grenzen gesetzt und Freiraum gewährt wo es notwendig ist. Der Mensch wird darin geschult, das Verhalten ihres Hundes richtig einzuschätzen, um Gefahren zu erkennen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

  3. Aversive Methoden werden nicht angewandt oder toleriert. Wir lehnen das Training mit Druck und Zwang klar ab. Das würde den Vorgaben der ESAAT und unserer persönlichen Vorstellung einer tiergestützten Intervention nicht entsprechen. Trainingsmethoden wie Leinenruck, in Position schieben oder drücken, auf den Rücken drehen, o.ä. werden im Training weder vermittelt noch akzeptiert.

  4. Die ausgebildeten Hunde sollen ihren eigenen Willen behalten und nicht instrumentalisiert werden oder stumpf Befehle befolgen. Wir möchten Teams ausbilden, die sich in der Arbeit gegenseitig den notwendigen Freiraum gewähren aber auch die notwendige Sicherheit bieten.

  5. Standpunkt zum Schutz des Hundes entwickeln. Bei der Bewußtmachung der Gefahren, die die tgA bietet ist es uns ein großes Anliegen, den Menschen im Team zu stärken und ihn darin unterstützen, eine Haltung zu entwickeln um ihren Hund vor Stress (hauptsächlich durch fremde Menschen) zu bewahren. (z. B. durch Personal in einer Einrichtung, die „mal eben“ den Hund anfassen wollen, dies dann auch noch am Kopf oder mit übergebeugtem Körper machen).

10. Vermitteln von tierethischen Aspekten durch ganzheitliche Betrachtung des Hundes (Ernährung, Haltung, Bedürfnisse). Wir betrachten das Mensch – Hund Team ganzheitlich. Das bedeutet, dass wir die Ernährung, die Haltung, die bisherigen Trainingsmethoden und -zeiten und die individuellen Bedürfnisse des Hundes aber auch die Möglichkeiten und Hindernisse des Menschen wie Alter, körperliche Verfassung und psychische Belastungen und die Wohnsituation berücksichtigen. Das Ziel für jedes Team ist das Erreichen der Kompetenzen, die sie für die tiergestützte Arbeit benötigen. Die Prüfung ist daher nicht zeitlich gebunden, sondern kann isoliert von der Ausbildung absolviert werden. So hat jedes Team die Zeit, die es benötigt, um die Prüfung zu bestehen.

11. Beachten des therapeutischen Dreiecks. In Rollenspielen werden die Teilnehmer auf die Situation im therapeutischen Dreieck vorbereitet und in ihrem Handeln geschult. Dabei werden „echte“ Klienten eingeladen oder eine der Ausbilderinnen übernimmt deren Rolle. In den anschließenden Supervisionen werden die Handlungen besprochen und bestärkt, korrigiert oder verbessert.

12. Entwicklung von Einsatzplänen und Arbeitsmaterialien für den Individuellen Bedarf. Ein Teil der praktischen Ausbildung betrifft die Entwicklung von Einsatzplanungen und das Erstellen von Arbeitsmaterialien unter Betrachtung von Nachhaltigkeit und multifunktionellen Einsatzmöglichkeiten. Die Teilnehmer erstellen erst in Gruppen, dann in Einzelarbeit immer wieder Arbeitsmaterial und darauf abgestimmte Einsatzplanungen.